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Liedertage - Archiv

XI. Liedertage 2008 - Programm als PDF-Datei hier!

Eindrücke von den XI. Liedertagen 2008 in Boltenhagen:

Im November in Boltenhagen,
im Seeschlösschen am Ostseestrand
sehen wir uns bei den Liedertagen
und sind im Ausnahmezustand."

So lautet der Refrain des Liedes, das Sonja Baus, Leiterin des
Gesangsworkshops bei den 11. Liedertagen in Boltenhagen, komponiert hat.
Eine bessere Zusammenfassung der Geschehnisse während der Liedertage habe
ich noch nie gehört. Im Rahmen von drei Vorträgen, einem zweiteiligen
Gesangsworkshop, zwei Konzerten, einer Hörstunde für "Nimmersatte" sowie des
Films "Comedian Harmonists" von Eberhard Fechner wurde das Thema A Cappella
von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Wie immer wurden Künstlergespräche
mit den auftretenden Akteuren geführt und natürlich fand wieder eine Offene
Bühne statt, die den Teilnehmern die Gelegenheit bietet, musikalische oder
literarische Beiträge vorzutragen. Es war wohl eine Rekordteilnahme, über
die sich die Veranstalter der diesjährigen Liedertage freuen konnten. Etwa
40 Musikinteressierte aus dem In- und Ausland hatten den Weg nach
Boltenhagen gefunden. Am weitesten gereist waren die Teilnehmer aus England
und Österreich.

Was ist A Cappella? A Cappella ist mehrstimmiger Gesang, der ohne
instrumentale Begleitung vorgetragen wird. Dieses Genre erfreute sich ab
etwa Mitte der 1990er Jahre in der Popmusik in Deutschland und anderswo
wachsender Beliebtheit. In seinem Vortrag stellte uns Wolfgang Vallentin
bekannte Gruppen wie die "Wise Guys" und "Die U-Bahnkontrolleure in
tiefgefrorenen Frauenkleidern" vor, aber auch ganz frühe Aufnahmen der
"Prinzen", eine der wohl bekanntesten A-Cappella-Gruppen Deutschlands.
Vallentins Streifzug zeigte verschiedene Formen der Darbietung und enthielt
einen sehr interessanten Beitrag über das Beatboxen, eine anspruchsvolle
Form von Stimm-Akrobatik. Besonders möchte ich die nicht mehr bestehende
Gruppe "Schlag 6" erwähnen, eine Schülergruppe der blista in Marburg, die
Mitte der 1990er Jahre sehr erfolgreich war.

Thomas Vallentin, der Vorsitzende des Vereins Liederleute, führte uns in
einem zweiten Vortrag durch mehrere Jahrhunderte der Musikgeschichte vom
Mittelalter über die Renaissance bis zum Frühbarock. Die klassische
Vokalmusik nahm ihren Anfang in mittelalterlichen Klöstern, in denen die
gregorianische Liturgie entstand. Anhand von Hörbeispielen erfuhren wir, wie
sich aus den anfangs einstimmig vorgetragenen gregorianischen Gesängen nach
und nach die Mehrstimmigkeit entwickelte und später die Motette im
kirchlichen und das Madrigal im weltlichen Bereich entstanden. Interessant
war auch die Stippvisite in die Rock- und Popmusik, die sich immer wieder
Elementen des gregorianischen Gesangs bedient.

Die Verfasserin dieser Zeilen beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit
Arbeitsliedern. Sie hatte zahlreiche Beispiele mitgebracht: Sklavenlieder
aus den amerikanischen Südstaaten, Worksongs, die in einem Gefängnis
aufgenommen wurden, Shanties und Lieder der Bahnarbeiter, die Ende des 19.
und Anfang des 20. Jahrhunderts die Erz-Eisenbahn Nord-Skandinaviens bauten.
Durch ihre frühe Bekanntschaft mit Shanties und Bahnarbeiterliedern verfügt
sie über einiges an Wissen, aber auch über eine emotionale Bindung zu dieser
Musik. Die einzige, die sich während ihres Vortrags langweilte, war ihre
Führhündin Gina.

Aquabella sind vier Frauen aus Berlin. Sie singen Lieder in 23 Sprachen. So
viele waren es nicht am Abend ihres Konzerts in Boltenhagen, aber sie sangen
auf Portugiesisch, Englisch, Französisch, Bulgarisch, Norwegisch,
Schwedisch, Jiddisch sowie auf Türkisch, Spanisch und Griechisch, sogar auf
Deutsch! Ein Auftritt von Aquabella ist ein Fest für die Ohren und Balsam
für geplagte Seelen, aber auch ein visueller Hochgenuss. Sie erzählen
Geschichten, haben Witz und Wärme und sind vier hervorragende Sängerinnen,
teilweise mit einem enormen Stimmumfang und einer unglaublichen
Bühnenpräsenz.

Der Gospelchor aus Wismar, der am Freitag auftrat, ist ein gutes Beispiel
für gelebte religiöse Toleranz. Während der Chor zur katholischen Gemeinde
gehört, ist die Leiterin als Kantorin bei der evangelischen Kirche
angestellt. Mit viel Überzeugung und Hingabe boten sie ein Programm aus
Gospels und neuen kirchlichen Liedern.

Sonja Baus und ihr Ehemann, Peter Staubach, sind bereits seit vielen Jahren
in Chören und Kabarettgruppen aktiv. Liedertagsteilnehmer aus früheren
Jahren werden sich sicher an Offene Bühnen erinnern, wo sie Lieder der
1920er und 1930er Jahre vortrugen. In ihrem zweiteiligen Workshop boten sie
diesmal Übungen zur Stimmbildung an und studierten mit den Teilnehmern
mehrstimmige Lieder ein. Zwei davon, die oben erwähnte Eigenkomposition
sowie ein irischer Segen, wurden bei der Offenen Bühne vom Chor der 11.
Liedertage vorgetragen. Dass der Workshop ankam, wurde auch dadurch
deutlich, dass die Sänger Sonderschichten einlegten, um die Lieder auch
wirklich aufführen zu können.

Mich beeindruckt die Offene Bühne jedes Jahr aufs Neue. Dieses Mal
beteiligten sich 20 Gruppen und Einzelinterpreten. Die Darbietungen reichten
von Folk über Pop, Blues und Chansons bis zu Beiträgen von Liedermachern.
Das Publikum wurde mit Kanons sowie einer Art Sprechgesang einbezogen.
Gesungen wurde in mindestens sieben Sprachen, teils A Cappella, teils mit
unterschiedlichster Instrumentalbegleitung. Das hohe künstlerische Niveau
sowie das vielfältige Bildungsangebot der Liedertage imponieren mir immer
wieder. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Vorstand der
Liederleute und ebenfalls an die Mitarbeiter des Hauses "Seeschlösschen",
die jedes Jahr die singenden und spielenden Horden verwöhnen.

Die Zeit flog nur so dahin. Die Begegnung mit alten Bekannten ist immer
wieder schön, aber auch die Neuen, die jedes Jahr dazustoßen und neue
Anregungen einbringen, bereichern die Veranstaltung. Können nur Musiker
teilnehmen? Nein, jeder der Spaß am Zuhören oder Mitmachen hat, ist herzlich
eingeladen. Beim nächsten Mal, vom 4. bis 8. November 2009, geht es um das
Land der unbegrenzten Möglichkeiten und die unterschiedlichen
Musikrichtungen der USA. Vielleicht sehen wir uns dann in Boltenhagen - im
Ausnahmezustand?

Karen Thorstensen

X. Liedertage 2007 - Programm als PDF-Datei hier!

IX. Liedertage 2006 - Programm als PDF Datei hier!

Eindrücke von den IX. Liedertagen 2006 in Boltenhagen:

nun sind die Eindrücke nach den Liedertagen zumindestens zum Teil
verarbeitet. Ich möchte gerne den Versuch unternehmen, im Folgenden darüber
zu berichten.
Jedes Jahr im November finden im Aura-Hotel Seeschlösschen, Ostseebad
Boltenhagen die Liedertage statt,
nunmehr seit neun Jahren. Jedes Jahr finden im Rahmen des Hauptthemas
Präsentationen, Workshops, Hörstunden, Künstlergespräche, Konzerte sowie die
Offene Bühne statt. Und natürlich jede Menge Sessions, was nicht ausbleibt,
wenn so viele aktive Musikerinnen und Musiker zusammen kommen.
Eine Frage, die häufig gestellt wird ist, ob man denn selbst ausübender
Musiker sein muss, um teilnehmen zu können. Die Antwort ist nein. Die
Hauptsache ist das Interesse an Folk, Chansons, Liedermachern oder
Ähnlichem. Einige  Teilnehmer sind Musiker, andere glauben noch , dass sie
keine sind und wieder andere freuen sich über das, was sie hören und erleben
können, sowohl persönlich als auch musikalisch.
In diesem Jahr waren viele neue Teilnehmer dabei.Darüber freuen wir uns und
auch darüber, dass eine Teilnehmerin  unserem Verein beigetreten ist.

Großbritannien und Irland war das geographische Gebiet, das unter dem Titel
"Poeten, Proletarier, Punks und Pubs" vorgestellt wurde.Wolfgang Vallentins
Präsentation galt der engagierten  Rockmusik Großbritanniens. Es gab  sowohl
eine titelliste in Schwarz- und Punktschrift sowie eine CD mit Biographien
der vorgestellten Bands und Musiker.  Als Heranwachsende waren damals für
mich die Beatles und die  Stones sowie die anderen Gruppen Mitte der 60er
Jahre
die absoluten Helden und ich kannte Vieles von dem, was vorgestellt wurde.
Als absoluter Kinks-Fan freute ich mich besonders darüber, dass diese
Gruppe, die sehr anspruchsvolle Musik mit total bissigen Texten verbinden
konnte, mit ausgewählt wurde, aber es gab für mich auch neuere Interpreten,
wie Peter Hamill, den ich nicht kannte, aber bestimmt  näher kennenlernen
möchte.

Thomas Vallentin stellte am darauffolgenden Tag folgerichtig den
Elternschrecken der Nachfolgegeneration vor, die Punks. Da dachte man immer,
diese rotzfreche Musik wäre  in  den Londoner Vierteln der
Minderpriviligierten entstanden, aber nein, die Punkwelle schwappte, wie so
Vieles andere, von Amerika dort hin. Und es dröhnte aus allen Röhren, laut,
schräg, provozierend, auch hier in Deutschland. Hauptsache drei Akkorde und
genügend Saft auf der Leitung!

So viel habe ich nie über Irland gewusst, wie nach Claudia und willi Gerikes
Vortrag am Sonnabend Vormittag. Im ersten Teil wurde die Geschichte des von
Unterdrückung, Rebellion und Aufständen geplagten Landes mit musikalischer
Untermalung vorgestellt. Im zweiten Teil wurden einige Interpreten und
Gruppen, die die irische Musiktradition fortführen, präsentiert.

Richy Wagner stellte den irischen Liedermacher Tommy Sands vor und ich
führte am frühen Nachmittag die Zuhörerinnen und Zuhörer in die Kneipen- und
Sessionscene Nord-Englands aus.

Die eingeladenen Künstler sorgen immer für Spannung. In diesem Jahr traf
dies besonders für Paul Millns zu, der am Donnerstag nach dem traditionellen
Künstlergespräch ein wundervolles Konzert gab. Er hat mit den meisten Größen
schon gespielt - Alexis Korner, Eric Burdon, Burt Janch - um einige zu
nennen. Aber er schreibt auch schon seit seiner frühen Jugend eigene Lieder,
die er mal mit Band und mal alleine zu Klavier vorträgt. In Boltenhagen war
er ohne Band, welches eine eigene, fast intime, Stimmung erzeugte. Ich
kannte ihn vorher nicht und bin aber jetzt überzeugter Fan dieses Mannes.
Seine Lieder sind  zarte Balladen, aber auch  kerniger Blues - mal
einfühlsam und mal rhytmisch/pochend auf dem Klavier begleitet .Stellenweise
befürchteten wir, dass das Klavier aufgrund der energischen Spielweise
auseinander brechen könnte. Paul ist ein Geschichtenerzähler, er nimmt feine
Stimmungen wahr und beschreibt liebevoll und einfühlsam Menschen, die er
gekannt oder beobachtet hat, aber er kann auch  dort, wo es angemessen
erscheint, laut Missstände anprangern. Witzig fand ich sein Lied über das
eigene Altern, man sollte alt genug sein um zu wissen..., und nun ist auch
der Premierminister jünger als man selbst, bedrohlich!Ich habe einen
großartigen, bescheidenen und herzlichen Paul Millns kennengelernt, den ich
am 13.01.07 in der Petruskirche in Berlin/Lichterfelde wieder sehen werde.

Mit Harald Jüngst aus Duisburg hatte ich schon einige Telefonate geführt.Ich
hatte auch die beiden Hörbücher, "Mein grünes Herzbeben" sowie "Der Prinz im
Pferdeohr" gelesen und mich großartig amüsiert, bzw. andächtig gelauscht.
Ich wusste, dass ein Leseabend mit ihm nur gut sein kann. Er brachte Konny,
Klaus und Eva, drei Mitglieder seiner Gruppe Sheevon mit,
die die Lesung musikalisch umrahmten. Die Mitglieder von Sheevon sind keine
Berufsmusiker. Sie spielen mit wechselnder Besetzung seit 25 Jahren
zusammen, der jüngste Zuwachs ist bereits seit zehn Jahren dabei. Sie sind
großartige Musiker, deren Spaß  an der Musik deutlich sichtbar wird. Im
Künstlergespräch hob Harald hervor, wie wichtig es ist, die irische Musik
nicht kopieren zu wollen, sondern eigene Wege mit ihr zu gehen und den
eigenen Zugang und die eigene  Interpretation zu finden.

Harald  ist ebenfalls ein Geschichtenerzähler. Er erzählt das, was er erlebt
und legt vielleicht manchmal ein winziges Bißchen dazu. Aber eigentlich
beschreibt er nur, was sowieso passiert. Seine Geschichte über eine
Fährfahrt von Dunleary in Irland nach Hollyhead in Wales  bei rauhem Wetter
gab mir fast den Rest . Unter dem Einsatz von mehreren Taschentüchern
konnte ich nur mühsam die Lachtränenflut bändigen. Als "Trost" las er dann
das wunderbare Märchen vom Prinzen im Pferdeohr vor, garnierte das Ganze mit
Zitaten verschiedener Autoren zum Thema Irland sowie eine Geschichte, die
seiner eigenen Feder nicht entstammte, aber ebenfalls in seinem
humoristischen Stil verfasst war. Er ist ein wunderbaarer Erzähler, der in
seinen Geschichten die Absurdität mancher Alltagssituationen wortgewandt
schildert, jedoch nie mit Überheblichkeit
sondern mit viel Herzenswärme gegenüber den Einwohnern seiner Wahlheimat
Irland.

Die Zeiten, als wir glaubten, bei der Offenen Bühne wenig Beiträge zu haben,
sind vorbei. Mich begeistert  jedes Jahr die Bandbreite der Beiträge und die
Qualität der Darbietungen. Schlummernde Talente werden wachgeküsst und
führen der Öffentlichkeit nicht nur Musikalisches vor, sondern auch brüllend
komische, aus dem eigenen Leben geschriebenen  Geschichten mit großem
Wortwitz oder irische Witze.

Was habe ich jetzt ausgelassen? Na, den erstmalig durchgeführten
Singeworkshop, bei dem es schlicht und ergreifend um das gemeinsame Singen
ging. Zu kurz, meinten einige Teilnehmer und ich glaube, dass solche
Workshops uns vielleicht dort hin führen können, dass wir vielleicht
irgendwann so ungezwungen und innig zusammen singen könnten, wie ich es aus
England und Irland her kenne.

Die vielen Eindrücke müssen sinken. Musik öffnet die Seelen und macht sie
frei für Emotionen und Eindrücke, die oftmals im Alltag nicht wahrgenommen
werden.  Im trüben Monat November gibt es ein Highlight, dass einem
vielleicht hilft, die  winterliche Düsternis zu überwinden.

Und im nächsten Jahr wollen wir feiern! Zehn Jahre Boltenhagener Liedertage
sollten ein guter Grund für ein rauschendes Fest bieten! 
Viel Spaß beim Stöbern und herzliche Grüße von

Karen Sophie Thorstensen
Liederleute e. V.

VIII. Liedertage 2005 - Programm als PDF Datei hier!

Eindrücke von den VIII. Liedertagen 2005 in Boltenhagen:

Wenn die Liebe ein Fluss wäre, dann schwimm. Wenn die Liebe ein hoher Berg
wäre, dann erklimme ihn

So etwa sagte Michael Friedman auf seinem Konzert am 11. November zu unseren
Liedertagen in Boltenhagen. Nun bin ich wieder zu Hause, erledige einige der
Nacharbeiten und während dessen klingt mir die Musik immer noch in den
Ohren. Ich könnte mir die Aufnahmen hernehmen und den Player an meinen
Rechner anschließen. Aber das brauche ich nicht, denn sie ist
allgegenwärtig. Endlich nun war es Thomas gelungen, Michael Friedman, den
kanadischer Songschreiber und Texter für uns zu gewinnen und das gleich in
vierfacher Hinsicht.

Michael, kaum angekommen, stürzte sich sofort in den Gitarrenworkshop für
offene Stimmungen, um den wir ihn gebeten hatten. Auf diesen war ich
natürlich besonders gespannt, da ich ja selbst schon seit einigen Jahren
damit herumexperimentiert hatte. Na, so leicht war's für uns Teilnehmer
nicht, was er uns über die andere Art des Musizierens mit der Gitarre
vermittelte. Viele, viele Buchstaben und Musikmathematik über Quinten und
Quarten, mit denen man so seine Probleme hat, wenn man in Musiktheorie nicht
so gut bewandert ist. Aber dennoch war es spannend zu hören, welche neuen
Klangbilder man seinem Instrument entlocken konnte.
Ich hatte ihn mal bei einem Auftritt danach gefragt, wie viele offene
Stimmungen er denn kennen würde. Die Zahl hieß wohl 124. Michael lächelte,
als ich ihn daran erinnerte. Den Workshop durften wir mitschneiden und so
haben wir, die Teilnehmer der Liedertage waren, natürlich die Möglichkeit,
seinem Vortrag noch einmal zu lauschen und Hausaufgaben zu machen.
Am Freitag Morgen führte uns Michael dann durch die kanadische Liedermacher
und Rock-Szene. Er bedauerte es sehr, dass er nicht genügend Zeit zur
Verfügung hatte, um all das vorzutragen, was er sich eigentlich vorgenommen
hatte. Viele von uns gerieten in großes Staunen, wer da alles dazu gehörte,
wie z.B. Steppenwolf oder The Gues Who, die ich eigentlich bisher immer der
amerikanischen Rock-Szene zugehörig fand.
Kurz um, der Vortrag war klasse Michael, auch dafür unser Dank.

Dann war es soweit. Am Freitag um 20.00 Uhr ging es los mit seinem Konzert.
Zu unserer großen Freude war der Speisesaal im Haus Seeschlößchen fast
überfüllt, was eine nette Belohnung für die doch weite Reise, die Michael
auf sich genommen hatte, war.
Ich kann kaum in Worte fassen, was sicherlich auch andere Teilnehmer und ich
dort im Konzert gehört, empfunden und erlebt haben. Alles, was wir im
Workshop schon ahnen konnten, erklang nun in den vollsten warmen, lauten und
leisen Registern und erfüllte den Raum mit Schwingungen, denen man sich
einfach nicht entziehen konnte.
Mit kleinen Geschichten zwischen den Titeln, z.B. zu den spaßigen Orten Two
Guns and Twin Arrows in den USA, wo es wahrscheinlich mehr Tiere gibt, als
die zwei Einwohner, fesselte er uns genau so, wie er uns mit seiner Musik in
eine Traumwelt entführte.
Bei "River swim, mountain climb" bat er uns mitzusingen. Er war davon so
fasziniert, dass er nur meinte: "You shout be my Band". Ein schönes
Kompliment für uns als Zuhörer.
Und so verwunderte es mich nicht, wenn ich nach dem Konzert von einigen
Teilnehmern hörte: "klasse" oder "einfach fantastisch". Eine Teilnehmerin
sagte, dass ihr ein Song so nahe ging, dass sie sich schon fast ihrer Tränen
nicht mehr erwehren konnte.
Das spricht wohl für sich, mit welcher Kraft und Virtuosität Michael an
diesem Abend zu hören war. Nun bin ich persönlich bisher kein unbedingter
Fan von Livekonzerten gewesen, aber dieses hat mich so in den Bann
geschlagen, dass ich eben hier sitze und darüber schreiben muss.

Aber noch etwas hat mir sehr an dem Künstler aus Vancouver gefallen. Er war
nicht nur als Poet und Liedermacher bei uns, sondern stets als lieber Gast
präsent. Als am Donnerstag die offene Bühne begann kam er etwas später und
setze sich zu mir in die Nähe des Mischpults. Besorgt fragte er: "Habe ich
schon viel verpasst".
Er war von der Stimmung in Boltenhagen total begeistert und meinte, dass er
so etwas viel zu selten erlebe. Eigentlich hatte man bei ihm den Eindruck,
er würde schon immer bei den Liedertagen dabei sein, quasi als alter Hase
dazugehören.

Die Session mit ihm Donnerstag Nacht war aber auch grandios. Fast hätten wir
ihm die Stimme geraubt. Dennoch saß er nach dem Konzert am Freitag wieder
mit uns zusammen im Café und sang und sang ...

Danke Michael für diese schöne Zeit.

Richy Wagner

 

Die guten Wünsche von Claudia und Susi und all denen, die nicht dabei
sein konnten, müssen wohl geholfen haben... 

Wir hatten wieder gute Tage und Nächte in Boltenhagen. Das klingt noch immer stark nach in mir.
Richie schrieb eben über Michael Friedman. Das muss ich ergänzen, denn
der skandinavische Teil war mindestens ebenso eindrucksvoll für mich.
Thomas führte eine ruhige aber klare Regie. Mit Richie und Karen an
seiner Seite ist der Verein Liederleute als Veranstalter wirklich
konsolidiert. Sie hatten eine Riesenarbeit mit Vorbereitung und
Durchführung. Ich kann das ermessen, muss aber hinzufügen: Ohne den
rückhaltlosen Einsatz bis zuletzt geht so was nun mal nicht. Die
Vorstellungsrunde am Mittwoch fand schon um 19:00 Uhr statt. Für uns
Teilnehmer brachte sie eine Überraschung: wir wurden paarweise
ausgelost, um mit jemandem, mit dem/der wir sonst kaum oder gar nichts
zu tun haben, einen 5-minütigen Beitrag für den Abschlussabend zu
erarbeiten. Um das gleich vorweg zu sagen. Auch das hat sich gelohnt.
Der erste Abend musste im Zeitraffer beginnen, denn schon um 20:00 Uhr
war das Konzert mit Kelpi angesetzt. Wer sich dahinter verbirgt, war
vorher noch in einem Gespräch mit Kerstin Blodig und Ewan Melrose zu
klären. Es folgte ein norwegisches, keltisch-schottisch eingefärbtes
Auftaktkonzert. Wir waren mitten im Thema.

Drei große Vorträge mit reichlich musikalischer Illustration brachten
uns die Liederszene Norwegens, Schwedens und Dänemarks nahe. Viele
Details daraus kommen mir erst jetzt zum Bewusstsein. Zum Beispiel:
schon 1960 sangen zwei Norweger einen herrlichen Ganoventango, in dem
sie bedauern, was sie alles nicht anstellen konnten, weil sie keine Zeit
mehr haben wegen des Fernsehprogramms. Vor allem hätten sie einen
Schokoladenautomaten ausrauben können, wie am Ende jeder Strophe
wiederholt wird! Karen Thorstensen und Pernille Sonne hielten die
Vorträge. Ja, die beiden Skandinavierinnen hatten es besser als wir: sie
hatten viel mehr zu lachen. Es war beeindruckend, wie niedrig die
sprachlichen Barrieren zwischen den skandinavischen Kulturen sind, und
wie liebevoll/humorvoll  sich die beiden Frauen die Andeutungen und
Stichworte zuwarfen, obwohl doch die Norweger so lange von denDänen
geknechtet wurden, was natürlich auch gesagt werden musste. ... Mit den
Hörstunden waren die Tage eigentlich so überfrachtet, dass für
diejenigen Nimmersatten, die auch diese noch sofort nach dem Mittagessen
mitnahmen, kaum Pausenzeiten blieben. Aber es hat sich gelohnt. In einer
stellte Michael Friedman solche CDs vor, an denen er entweder als
Musiker oder Produzent mitgewirkt hat. In einer weiteren stellte uns
Karen die Gruppe Vamp vor: eine wirklich ungeheur reiche und kreative,
aus tiefen Wurzeln schöpfende und doch im weiten Weltenhimmel entfaltete
Folkmusik! Die Horizonterweiterung war eine Enorme. So international wie
diesmal war es auch noch nie zugegangen. Auch die "offene Bühne" war
wieder grandios. Erwähnen möchte ich nur das Geschenk, das uns Olaf
Garbo bot. Neben ihm tauchten plötzlich drei freundliche Mecklenburger
auf, die sich die "Ritterlinge" nennen. Olaf hat sie auf einem Bremer
Workshop kennengelernt. Michael Friedman meinte anerkennend, er habe in
Deutschland noch nie so sauber gestimmte Dudelsäcke gehört. Die  waren
richtig nett und brachten ganz unerwartete Töne in die ohnehin
überraschungsreichen Liedertage. Anne und Phil Rigby waren auch wieder
gekommen. Sie gehören schon ganz dazu. Und im nächsten Jahr geht es um
die Inseln, die wir besser nicht britische nennen, wenn wir die Iren mit
thematisieren wollen. Was mich in den Sessions am meisten beeindruckt
hat, war, wie groß der gemeinsame Liedschatz derer ist, die da aus
Deutschland, Norwegen, Dänemark, England und Kanada kommen. Im Vergleich
mit den frühen Liedertagen hat sich der Ton zwischen den Teilnehmern
beruhigt. Hier hatte jetzt keiner eine Panik, dass er nicht gehört
werden würde. Aber diese Harmonie haben ja auch schon diejenigen erlebt,
die in den beiden Vorjahren dabei waren. Viel bliebe noch zu sagen, ehe
das Bild rund ist. Das darf gern ergänzt, mein Gedächtnisprotokoll soll
ruhig berichtigt werden, wo das not tut. Herzlich grüßt Euch 

Jürgen Trinkus

 

VII. Liedertage 2004 - Programm als PDF Datei hier!

Bericht zu den VII. Liedertagen 2004 in Boltenhagen:

Die 7. Liedertage in Boltenhagen waren für uns die Ersten – ein Bericht

Boltenhagen ist sicher ein etwas ungewöhnliches Urlaubsziel, wenn man in England wohnt, aber Phil und ich haben es dieses Jahr gewählt, und nicht bereut.  Wir hatten schon von Karen und Richy, unseren Freunden, mit denen wir uns mehrmals jährlich treffen, viel über die Liedertage gehört, und die eine oder andere Aufnahme war uns auch schon mal zu Ohren gekommen.  So heckten wir also letzten Sommer den Plan aus, im November nach Deutschland und somit auch zu den Liedertagen nach Boltenhagen zu kommen.  Wir machen selbst beide gern Musik, haben aber nicht so häufig die Gelegenheit, mit anderen gemeinsam zu spielen. Nach einem Kurzbesuch in Berlin kamen wir also am Mittwochnachmittag in Boltenhagen an.  Wir waren ziemlich gespannt auf viele neue Leute und darauf, wie uns diese Veranstaltung und das Hotel denn gefallen würde.

Das Aura-Hotel in Boltenhagen ist wunderbar ruhig gelegen, von unserem Zimmer konnte man kein Auto, dafür aber die Ostsee hören, und der Strand ist sehr leicht und schnell zu erreichen, was wir sofort gleich vor dem Abendbrot noch ausnutzten. Mein Mann Phil, der Engländer ist, liebt deutsches Abendessen, besonders den vielseitigen Aufschnitt und Salate.  Auch hier wurden wir nicht enttäuscht, das erste Abendbrot, wie dann auch alle anderen Mahlzeiten, waren wunderbar und reichlich.Zwischen Abendbrot und dem ersten Zusammenkommen aller Teilnehmer hat man dann schon mal alte Bekanntschaften wieder aufgefrischt oder, wie in unserem Fall, neue angefangen. 

Wie Euch wahrscheinlich bekannt ist, mussten die Liedertage fast ausfallen, denn es gab nur knapp über 20 Anmeldungen.   Wenn Margrit Kozdon, die Leiterin des Aura-Hotels und ihr Mann Heinz nicht so großzügig gewesen wären, hätten die diesjährigen Liedertage ausfallen müssen.  Die beiden bezahlten nicht nur Tagungsbeiträge sondern das Hotel stellte kostenlos die Übernachtung für unsere gastierenden Musiker zur Verfügung.  Dies hätte sonst der Verein übernehmen müssen. Nach der dann folgenden Vorstellungsrunde, die wir als neue Teilnehmer sehr nützlich fanden, ging es dann gleich los mit Musik, und wir wurden sofort von den anderen Teilnehmern total in die Runde aufgenommen.  Die Session machte großen Spaß und half hervorragend beim Kennenlernen und einfinden. Wir gingen so gegen zwei Uhr ins Bett, relativ früh im Vergleich zu den darauf folgenden Nächten, an denen es immer später wurde.

Die diesjährigen Liedertage standen unter dem Motto "Im Osten was Neues!".  Das hieß, dass alle Seminare und Hörstunden der Musik verschiedener osteuropäischer Länder gewidmet waren.  Das war für mich alles sehr neu und interessant, und die Referenten und Referentinnen hatten viel Zeit und Mühe investiert, um die Seminare interessant und abwechslungsreich zu gestalten. Der Donnerstag morgen war der Musik aus Polen, insbesondere der Pop- und Rockmusik, gewidmet, und Konstanze Rätsch gab uns viel Hintergrundinformation und jede Menge Hörbeispiele.  Interessanterweise produzierten viele Gruppen  aus Polen, wie auch anderer osteuropäischer Länder, deutsche Versionen ihrer Alben für den DDR-Markt.  Dies machte das Verstehen der Texte natürlich einfacher.

Am Nachmittag dann fand die erste Hörstunde statt, die sich einem speziellen Album widmete, das morgens auch schon erwähnt worden war.  Thomas Vallentin gab uns noch Hintergrundinformationen, bevor wir die "Consuela" von den Roten Gitarren vollständig hören konnten.

Der zweite Teil des Donnerstagnachmittags wurde von Wolfram Wallrabenstein gestaltet.  In Budapest geboren, lebt er heute in Deutschland, und in seinen praktisch ausgerichteten Workshops legt er Wert auf auswendiges Erlernen und Spielen von melodischen, rhythmischen harmonischen Abläufen.  Dies taten wir also im ersten Teil seines "Klezmer"-Workshops anhand von drei Liedern, die er uns beibrachte.  Hier nahmen auch diejenigen Teil, die sonst eher denen zuhören, die viel Erfahrung mit Musik haben, und das war besonders schön zu hören und beobachten.

Nach dem Abendessen dann erwartete uns ein besonderer Leckerbissen.  Meines Wissens nach zum ersten Mal gaben zwei Liederleute selbst ein eigenes Konzert.  Karen Sophie Thorstensen und Uwe Wagner traten als Duo "Nordostwind" auf, und ihr Konzert stand unter dem Motto "Von wo der Wind weht".  Dieses wunderbare Konzert enthielt viele schwedische und norwegische Stücke, aber auch deutsche Lieder und Instrumentalstücke.  Soweit ich weiß, haben sich die beiden vor ein paar Jahren durch die Liederleute kennengelernt und schon oft bei den Liedertagen an der offenen Bühne teilgenommen.  Dass sie dieses Jahr ihr eigenes Konzert gestalten und vorführen konnten, zeigt, dass sie sich zusammen musikalisch sehr weiterentwickelt haben und selbstbewusster geworden sind.  Daran haben die Liederleute und die vorangegangenen sechs Liedertage sicherlich nicht unwesentlich mitgewirkt. Nach dem Nordostwind-Konzert, das glaube ich alle Teilnehmer sehr genossen, traf man sich dann in guter alter Tradition zum weiteren Musizieren, natürlich bis tief in die Nacht hinein.

Den zweiten Teil des Klezmer-Workshops musste ich leider verpassen, denn der Schlafmangel hatte seine Spuren hinterlassen, weshalb ich nicht rechtzeitig aus den Federn kam.  Ich hörte aber die Endresultate vor dem Mittagessen und war beeindruckt, wie gut die Teilnehmer sich zusammen anhörten.

Am Nachmittag hatten wir eine Entscheidung zu treffen, entweder eine Hörstunde, die sich der russischen Gruppe Aquarium widmete, oder das Angebot, auf einen Spaziergang in den Ort zu gehen.  Für diesen entschieden wir uns dann, wenn wir es auch zuerst fast bereuten.  Als wir das Haus verließen, fing es gerade an zu regnen.  Nein, nicht so ein Nieselregen, gegen den man sich noch ganz gut schützen kann.  Es regnete Bindfäden, und im Handumdrehen waren wir alle vier kräftig durchnässt.  als wir im Ort ankamen, suchten wir uns erst mal ein Cafe zum Aufwärmen, bis das Wetter sich wieder beruhigt hatte, und auf dem Rückweg dann waren wir schon fast wieder trocken.  Es war schön, die Ostseeluft zu genießen, und wir waren begeistert, dass Boltenhagen so fußgängerfreundlich ist, sicherlich besonders außerhalb der Saison, wenn nicht viele Gäste da sind.

Wir kamen gerade rechtzeitig zum Hotel zurück, als sich alle zusammenfanden, und die drei Mitglieder des Trio „Scho“ vorgestellt wurden.  Sie erzählten uns, wie sie zur Musik, nach Berlin und zum Trio Scho kamen und waren dabei nett, offen und witzig. Wir freuten uns alle auf ihr abendliches Konzert.

Wir trafen uns also alle um halb acht, gespannt auf das Konzert von Scho.  Der Raum war brechend voll, denn wir hatten auch ein paar Gäste aus der Gegend, und ein paar Mitarbeiter des Hotels wollten auch gern zuhören.  Das Konzert war toll und vielseitig und machte allen Zuhörern ungemein Spaß.  Viele von uns erwarben CD's, um uns zu Hause an den schönen Abend erinnern zu können, und die drei waren auch für Autogramme zu haben.  Eigentlich wollten sie übernacht bleiben, was schön gewesen wäre, aber auf Grund einer Familienangelegenheit mussten sie an frühen Morgen noch nach Berlin zurück, was wir alle bedauerten. Ich muss sicher nicht hinzufügen, dass der Abend damit noch nicht beendet war. Es ging noch stundenlang weiter mit Musik und wurde wieder sehr spät.

Das Seminar am Samstagmorgen, das von Wolfgang Vallentin geleitet wurde, widmete sich der Pop- und Rockmusik aus Ungarn und der ehemaligen Tschechoslowakei.  Wieder wurde uns an vielen Hörbeispielen und mit viel Hintergrundinformationen ein guter Eindruck vermittelt, und es machte auch wieder Spaß, mit Musik bekanntgemacht zu werden, von der man vorher nichts wusste.

Die Hörstunde am Nachmittag mussten Phil und ich leider verpassen , denn wir hatten mit unseren beiden Freunden eine Überraschung für die offene Bühne vorbereitet, und an der musste noch gearbeitet werden.

Um vier trafen wir uns dann alle zur Feedbackrunde.  Hier diskutierten wir über die Arbeit des Vereins, die Zukunft der Liedertage und wie die Liedertage noch mehr Teilnehmern zugänglich gemacht werden könnten.  Wir tauschten auch Ideen über mögliche Sponsoren aus, um auch in Zukunft die Liedertage  finanzieren zu können.  Wie gesagt, dieses Jahr wären sie fast ausgefallen.

Der letzte Abend und krönende Abschluss gehörte dann wie immer der offenen Bühne.  Auch hier gesellten sich Mitarbeiter des Hotels und ein paar Gäste aus der Gegend zu uns.  Roland, der auch zum Scho-Konzert gekommen war, brachte seinen Freund Thomas mit, weil er so begeistert gewesen war.  Die beiden kamen nicht nur zum Zuhören sondern meldeten sich auch noch kurzfristig zur offenen Bühne an. Die offene Bühne, für mich und Phil die erste, war wirklich toll.  Eine ganze Reihe der Teilnehmer zeigten, was sie konnten, u.a. die Teilnehmer des Klezmer-Workshops. Wir hörten Russische Musik mit Akkordeon, Eigenkompositionen, es gab Gelegenheiten zum Mitsingen,  und alles in allem ein sehr abgerundetes Programm. Unsere Überraschung war der abschließende Beitrag. Wir spielten mit unseren Freunden Karen und Richy als "Dawn Chorus". Dieser Name entstand, als die beiden uns im Sommer in England besuchten und wir regelmäßig spielten, bis die Vögel frühmorgens zu singen anfingen. Besonders für Phil und mich war dieser Auftritt eine tolle Erfahrung, die wir so oft noch nicht gemacht haben, und im Rahmen der Liedertage hatten wir nun die Möglichkeit, zu zeigen, was wir können, aber auch für die Zukunft zu lernen, woran wir noch kräftig arbeiten müssen und wollen.

Der offizielle Teil der Liedertage war hiermit beendet, und mein Eindruck war, dass alle Teilnehmer sich sehr wohl fühlten und das Programm inklusive der spontanen abendlichen Sessions sehr genossen haben.  Wie bereits gesagt, fanden Phil und ich, dass sich die weite Reise aus England sehr gelohnt hat, und wir haben uns fest vorgenommen, auch zu den nächsten Liedertagen zu kommen.

Das Haus "Seeschlößchen" ist ideal für die Liedertage geeignet, denn wir hatten es für uns und konnten so jederzeit Musik machen.  In einem größeren Haus, das mehrere Gruppen auf einmal beherbergt, könnte man das sicherlich nicht.

Ein Lob möchte ich auch Frau Kozdon und ihrem Team aussprechen.  Sie boten diskret da Hilfe an, wo sie gebraucht wurde, und der Service war sehr freundlich und aufmerksam.  Das ist mit einer Gruppe, die bis morgens den Speisesaal zum Musikmachen in Anspruch nimmt und wie ein Schlachtfeld hinterlässt, sicher nicht immer einfach. 

Abschließend möchte ich allen, die gerne Musik machen oder sich einfach für Musik interessieren, wärmstens empfehlen, zu den nächsten Liedertagen zu kommen.  Wir haben neue Freunde, musikalische Inspirationen und neue Anregungen gefunden.  Am Sonntag fuhren wir dann alle völlig übermüdet und etwas traurig wieder nach Hause, denn die Zeit verging viel zu schnell.  Nun ja, wir freuen uns schon auf die achten Liedertage vom 9. bis zum 13. November 2005.

Anne Rigby

Chester - England

VI. Liedertage 2003 - Programm als PDF Datei hier!

V. Liedertage 2002 - Programm als PDF Datei hier!

IV. Liedertage 2001 - Programm als PDF Datei hier!

Zur Dokumentation der ersten drei Liedertage (1998 - 2000)

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